EHEC- Aktuelle Meldungen von Behörden und dem RKI
30.06.2011
Nach EHEC-Infektion ein Jahr lang zur Nachsorge
Patienten, die an HUS erkrankt sind, sollten regelmäßig zur Nachuntersuchung gehen. Gesundheitsminister diskutieren über EHEC.
Berlin/Frankfurt am Main. Die Folgen einer EHEC-Infektion können den Erkrankten über einen langen Zeitraum begleiten. Patienten, bei denen durch den Keim das HU-Syndrom ausgebrochen ist, müssen sich noch etwa ein Jahr lang regelmäßig untersuchen lassen. Denn manche mögliche Schäden ließen sich erst in der Langzeitbeobachtung feststellen, sagte der Nierenspezialist Prof. Rolf Stahl vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist unsere Sorgfaltspflicht. Wir wollen niemandem Angst machen, aber wir gucken uns die Leute einfach an.“
Die Nachsorge richtet sich ausschließlich an die HUS-Patienten - also diejenigen, die nach einer Infektion mit dem aggressiven Darmkeim EHEC an der schweren Verlaufsform hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) erkrankt waren. Das Syndrom kann zu Nieren- und Hirnschäden führen. Längerfristig sollte unter anderem untersucht werden, ob es in den Nieren vernarbte Stellen gibt, erklärte Stahl. „Die Gefahr besteht, dass diese Patienten einen hohen Blutdruck entwickeln. Deshalb müssen wir sie langfristig nachbeobachten.“ Auch müsse überprüft werden, ob sich neurologische Auffälligkeiten vollständig zurückbilden – und ob es nach den blutigen Durchfällen bei einer EHEC-Infektion später vielleicht zu Problemen am Dickdarm komme.
Etwa 30 Prozent der entlassenen HUS-Patienten hätten noch nicht wieder ihre normale Nierenfunktion, berichtete Stahl. „Das kann Wochen bis Monate gehen. Bei manchen kann es auch sein, dass sich die Funktion nicht mehr verbessert.“ Zur Dialyse müssten sie aber nur dann, wenn die Nierenfunktion bei weniger als zehn Prozent liege - das sei derzeit bei etwa zwölf Patienten der Fall. Einige der schwer Erkrankten sind mit einer neuen Therapie behandelt worden, dem Antikörper Eculizumab. Mit Ergebnissen, wie gut diese Behandlung gewirkt hat, rechnet Stahl aber erst im November.
EHEC und seine Folgen ist auch das Thema auf der Gesundheitsministerkonferenz am heutigen Mittwoch. Nach dem Wirbel um den aggressiven Darmkeim EHEC geht es auch um die Frage, ob die Zusammenarbeit der Behörden verbessert werden kann. Außerdem soll geklärt werden, ob Kliniken für die Versorgung von EHEC-Patienten zusätzliches Geld bekommen. Bis Donnerstagmittag diskutieren die Teilnehmer auch über das Transplantationsgesetz und wie man mehr Menschen dazu bringen kann, nach ihrem Tod als Organspender anderen das Leben zu retten.
13.06.2011
Warnung vor selbst gezogenen Sprossen
Die Ehec-Fahnder haben nun auch Sprossen und Keimlinge aus privaten Gemüsebeeten ins Visier genommen. Das Saatgut könnte mit dem aggressiven Darmkeim belastet sein.
Die Ehec-Ermittler versuchen weiter zu klären, wie der aggressive Darmkeim an Sprossen eines niedersächsischen Biohofs kam. Aber auch bei selbst gezogenen rohen Sprossen und Keimlingen sollten Verbraucher nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) derzeit vorsichtig sein.
"Aus Vorsorgegründen empfiehlt das BfR, derzeit auf den Verzehr zu verzichten", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. Bei einem Fall in Niedersachsen seien selbst gezogene Sprossen möglicherweise die Ursache für die Ehec-Erkrankung einer Familie gewesen. Der Erreger konnte bislang aber noch nicht in den Samen nachgewiesen werden.
Experten halten es für erwiesen, dass der aggressive Typ O104:H4 von Sprossen eines Biohofs in Niedersachsenübertragen wurde. Wie der Erreger in die Sprossen eines Biohofs im niedersächsischen Bienenbüttel kam, ist aber weiter unklar. Möglicherweise haben Mitarbeiter den Keim eingeschleppt, er kann aber auch mit dem Saatgut in den Betrieb gelangt sein.
Neun Mitarbeiterinnen des Betriebes in Bienenbüttel seien gezielt nach ihrem Sprossenverzehr befragt worden, teilte Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) mit. Demnach hätten fünf erkrankte oder positiv getestete Mitarbeiterinnen bevorzugt die Sprossenarten Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn gegessen. Vier gesunde Beschäftigte hätten bevorzugt die Sorten Alfalfa und "Würzige Mischung" verzehrt. Dies könne ein Hinweis auf bestimmte Sprossenarten und damit auf den Ursprung der Infektion durch das Saatgut sein, meinte Özkan.
Der Darmkeim tötete weltweit inzwischen 35 Menschen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Darunter seien 34 Todesfälle in Deutschland und einer in Schweden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) und dem BfR ist es der heftigste jemals registrierte EHEC-Ausbruch weltweit.
Etwa 100 Patienten schwer nierengeschädigt
Viele EHEC-Kranke werden ihr ganzes Leben unter den Folgen der Epidemie leiden. "Etwa 100 Patienten sind so stark nierengeschädigt, dass sie ein Spenderorgan brauchen oder lebenslang zur Dauerdialyse müssen", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Bild am Sonntag". Er kritisierte zudem, dass die Erkrankungen teils per Post gemeldet würden.
Ein schnelleres System wünscht sich auch das RKI. "Das soll ja auch auf der politischen Ebene überprüft werden", sagte Sprecher Günther Dettweiler. Man müsse darüber sprechen, sobald die Krise vorbei ist. Er räumte ein, dass Informationen auf elektronischem Wege den Empfänger schneller erreichen könnten. Insgesamt gebe es aber "keinen Anlass, sich zu beschweren. Das hat gut funktioniert".
© Ingo Wagner/DPA
11.06.2011
Entwarnung - aber Fragen bleiben
Ist die Krise jetzt wirklich überwunden? Das Abendblatt fragte Experten, was man jetzt wissen muss
Hamburg. Zwar haben die Behörden die Warnung vor Tomaten, Gurken und Salat aufgehoben - doch viele Fragen bleiben. Was kann man noch essen, und besteht weiterhin die Gefahr einer Ansteckung? Können wir jetzt wieder bedenkenlos Salat, Gurken und rohe Tomaten essen? Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) und das Robert-Koch-Institut (RKI) kommen gemeinsam zu dem Schluss, dass von diesen Lebensmitteln kein EHEC-Risiko ausgeht. Beide Behörden raten aber dazu, vorerst auf rohe Sprossen zu verzichten. Wer dennoch Sprossen essen möchte, sollte sie bei mindestens 70 Grad mindestens zehn Minuten lang erhitzen. "Die Untersuchung des RKI ist wissenschaftlich fundiert", sagt Armin Valet, Lebensmittelchemiker und Ernährungsexperte von der Hamburger Verbraucherzentrale. "Die Verbraucher können Salat, Gurken und rohe Tomaten wieder bedenkenlos essen. Allerdings sollten sie rohes Gemüse nach wie vor gründlich reinigen, weil sich darauf andere Bakterien ansiedeln können", sagt Valet.
Wie kam die Entwarnung der Behörden zustande?
Das Robert-Koch-Institut hat seit dem 20. Mai die Ursachen für den EHEC-Ausbruch in Norddeutschland untersucht. Dazu hätten Forscher zunächst nur einen kleineren Teil der Betroffenen befragt, deren Krankheitsverlauf geeignet erschien, einen Großteil der Fälle zu erklären. Dabei habe sich gezeigt, dass diese Patienten erheblich häufiger rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzehrt hatten als gesunde Studienteilnehmer, die zum Vergleich herangezogen wurden. So kam die weitreichende Warnung zustande. Um die Suche nach der EHEC-Quelle einzugrenzen, setzte das RKI anschließend ein weiteres Verfahren ein: die sogenannte rezeptbasierte Restaurant-Kohortenstudie. Ausgehend von fünf Personengruppen, von denen 19 Teilnehmer nach einem Besuch im selben Restaurant erkrankten, befragten die Forscher insgesamt 112 Menschen, was diese verzehrt hatten. Zugleich schauten sich die Experten Rezepte, Bestelllisten sowie Abrechnungen an und sprachen mit Küchenpersonal, um herauszufinden: Wie genau wurde welches Menü zubereitet, welche Mengen welcher Zutat waren darin enthalten? Diese Informationen wurden in einem sogenannten Kohortenansatz ausgewertet, der es ermöglicht, rückblickend das relative Erkrankungsrisiko für die Restaurantkunden zu berechnen. Die Analyse ergab: Die Wahrscheinlichkeit für blutigen Durchfall oder bestätigte EHEC/HUS-Infektionen lag nach dem Verzehr von Sprossen etwa 8,6-mal höher als bei Verzicht. So sei es möglich gewesen, die Ursache des Ausbruchs mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Verzehr von Sprossen einzugrenzen, teilte das Robert-Koch-Institut mit.
Wie verteilt sich EHEC in den sieben Hamburger Bezirken?
In Hamburg sind derzeit 987 EHEC-Fälle und inzwischen fünf Todesfälle registriert. Allerdings sind unter den EHEC-Patienten auch Verdachtsfälle, bei denen sich womöglich der EHEC-Erreger später doch nicht nachweisen lässt. Die Zahl der Patienten mit schweren HUS-Komplikationen stieg von Donnerstag auf Freitag lediglich um einen auf jetzt 166 an. Davon sind aber auch schon wieder einige der Patienten als geheilt entlassen worden. Verteilt auf die Hamburger Bezirke ergibt sich folgendes Bild: In Altona sind 30 HUS-Fälle registriert, in Bergedorf sieben, in Eimsbüttel 22, in Mitte zehn, im Bezirk Nord 45, in Harburg vier und in Wandsbek 35. Die Zahlen stimmen nicht ganz genau mit der Gesamtzahl überein, weil auch Umland-Patienten mitgezählt werden. Auffällig an dieser Verteilung: Zwar hat beispielsweise der Bezirk Wandsbek knapp dreimal mehr Einwohner als der Bezirk Harburg - aber fast neunmal mehr der schweren HUS-Fälle. Das unterstützt die Vermutung, wonach besonders gut situierte Stadtteile von einer Ansteckung mit EHEC betroffen sind, in denen sich die Menschen traditionell "gesünder" mit Rohkost und Salaten ernähren.
Werden Lebensmittel trotz Entwarnung weiter geprobt?
Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt prüft trotz der Entwarnung weiter Lebensmittel und andere Proben auf den EHEC-Erreger. Auch Rattenkot und Biogasanlagen werden derzeit auf mögliche EHEC-Spuren hin untersucht. Die Analysen sollen so lange weitergeführt werden, bis sich eine Quelle als zweifelsfreier Auslöser identifizieren lässt oder die Epidemie abgeklungen ist. Bisher waren alle Analysen in Hamburg negativ. Bei spanischen Gurken waren zwar EHEC-Erreger gefunden worden, aber nicht von der verantwortlichen Unterart.
Wie ist mittlerweile die EHEC-Situation am UKE?
Am Freitag starb ein 81 Jahre alter Patient an mehrfachem Organversagen, der mit dem EHEC-Erreger infiziert war. Er ist der dritte Patient, der infolge der EHEC-Infektion im UKE verstorben ist. Insgesamt scheint sich die Situation aber weiter zu entspannen. 42 Patienten, die das schwerwiegende Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) entwickelt hatten, sind bisher entlassen worden, darunter 13 Kinder. Nur noch sehr vereinzelt stellten sich neue EHEC-Patienten vor, teilte UKE-Sprecherin Christine Jähn mit. Allerdings würden noch 19 schwer kranke erwachsene HUS-Patienten und drei Kinder auf der Intensivstation behandelt.
Benötigt das UKE weiterhin noch mehr Blutspenden?
"Wir hatten in den vergangenen Tagen ein sehr hohes Aufkommen, an einem Tag haben sogar 400 Menschen Blut gespendet", sagt Christine Jähn. "Trotzdem würden wir uns freuen, wenn noch bis mindestens Ende Juni weiterhin viele Menschen spenden würden, denn wir haben aufgrund der vielen schweren HUS-Erkrankungen viel Blutplasma verbraucht." Es gebe jedoch keinen akuten Engpass. Die Reserven reichten noch für zwei Monate.
Kann man ein zweites Mal durch den EHEC-Erreger krank werden?
"Eine erneute Erkrankung ist sehr unwahrscheinlich, weil das Immunsystem davor schützt", sagt Prof. Ansgar Lohse, Infektiologe und Ärztlicher Leiter der I. Medizinischen Klinik am UKE. Es sei allerdings vorstellbar, dass der Keim auch nach einer Genesung für eine bestimmte Zeit im Darm überlebe. Um das zu klären, sei am UKE eine intensive Nachsorge bei den entlassenen EHEC- und HUS-Patienten geplant.
Können genesene Patienten den Keim noch übertragen?
"Das ist zwar grundsätzlich möglich, aber sehr unwahrscheinlich", sagt Lohse. Bei Patienten, die in den vergangenen Jahren an anderen EHEC-Erregern erkrankt seien, habe man nur sehr selten eine Übertragung von Mensch zu Mensch feststellen können.
Können Tiere den EHEC-Erreger übertragen? Zu Beginn der Epidemie standen zunächst auch Tiere im Verdacht, den grassierenden, aggressiven EHEC-Typ zu beherbergen, der dann etwa über Gülle verbreitet werden könnte. Womöglich kommt dieser Keim aber nur im Menschen vor. Dieser Ansicht ist Prof. Helge Karch vom Universitätsklinikum Münster. "Der sich jetzt ausbreitende Erreger ist bislang nur beim Menschen nachgewiesen worden", sagte er am Freitag. Allerdings gibt es diverse weitere EHEC-Erreger, die krank machen können. "Tiere tragen EHEC-Erreger viel häufiger in sich als Menschen", sagt Prof. Lohse vom UKE. "Deshalb sollte man im Umgang mit tierischem Kot weiterhin vorsichtig sein."
10.06.2011
Der Biohof in Bienenbüttel gilt als mögliche Quelle der Ehec-Epidemie, doch die Fahnder suchen noch den endgültigen Beweis. Sprossen darf der Betrieb vorerst nicht verkaufen, Salate und Kräuter dagegen schon.
Berlin/Hannover - Die Zahl der Neuerkrankten sinkt langsam, und die Zahlen der Fahnder weisen weiterhin eindeutig in Richtung Niedersachsen und auf die Sprossen. Doch bei der intensiven Suche nach dem gefährlichen Ehec-Erreger, an dem mittlerweile mindestens 29 Menschen in Deutschland gestorben sind, gibt es noch immer nicht den letzten Beweis. Täglich finden die Fahnder aber Hinweise, das Verbraucherministerium in Niedersachsen spricht stolz davon, dass der Biohof in Bienenbüttel bei Uelzen der „mikrobiologisch am besten untersuchte Betrieb in ganz Europa ist“.
In Deutschland sind bisher rund 5000 Proben in Zusammenhang mit Ehec untersucht worden, in Bienenbüttel nach Angaben der niedersächsischen Behörden allein 800. Der Betrieb wurde komplett auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Sprossen wurden untersucht, sondern auch Saatgut, Dünger, Wasser, Arbeitsmaterial und Mensch und Tier.
Die Fahnder haben von 41 Ehec-Clustern in Deutschland über zehn so genannte „Hot Spots“ ausgemacht, die direkt zum Sprossenhof führen. „Eine wasserdichte Spur“, nennt das ein Sprecher des Ministeriums. Puzzleteile dieser Spur sind ein Golfklub aus Lüneburg, Kantinen in Rotenburg/Wümme, Bochum, Darmstadt, Frankfurt und Cuxhaven sowie der Kartoffelkeller in Lübeck. Hier haben sich immer mehrere Menschen infiziert. Hinzu kommen Einzelpersonen, die in Restaurants gegessen haben, die wiederum vom Hof beliefert wurden.
Mittlerweile machen die direkten Befragungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei den Ermittlungen für die Experten auch kaum noch Sinn, weil keine objektiven Antworten mehr zu erwarten seien, wie ein Insider sagt. Das Thema Sprossen sei einfach zu präsent. In der ersten Studie waren es nur 28 Prozent der Befragten, die angaben, Sprossen gegessen zu haben. Die dritte Verzehr-Studie ist noch nicht ausgewertet.
Aber auch im RKI wird die Spur der Sprossen verfolgt: „Die Sprossentheorie ist plausibel, wenn Sie sich die Vertriebswege anschauen“, sagt Klaus Stark, Leiter der Infektionspidemiologie am Institut. Es sei aber nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel über die selben Wege vertrieben wurden. „Deshalb analysieren wir auch innerhalb dieser Cluster, ob Erkrankte besonders häufig Gerichte mit Sprossen gegessen haben im Vergleich zu Menschen, die nicht erkrankt sind." Dafür gehen die Ermittler mittlerweile direkt in die Restaurants, sprechen mit den Köchen und fragen danach, wie diese bestimmte Gerichte zubereitet haben. Mit dieser Information werden wiederum die Patienten konfrontiert, und es wird gefragt, welches Gericht die Ehec-Infizierten bestellt haben. So versprechen sich die Fahnder objektivere Aussagen als durch den Fragebogen.
Außerhalb des Biohofes haben die niedersächsischen Experten 400 Proben von sämtlichen niedersächsischen Gemüsebauern genommen und sich die Vertriebswege von 70 Zwischenverarbeitern und Caterern angeschaut. Über einen Caterer fand man etwa heraus, dass es eine weitere Häufung von Ehec-Fällen nach einer Familienfeier im Landkreis Göttingen gab. Die Sprossenlieferung stammte aus Kassel, auch dort sind weitere Personen erkrankt. Allerdings sind nach wie vor alle Probenergebnisse negativ. Der gefährliche Erregertyp Ehec O104 ist nicht auffindbar.
Eine mögliche Lücke müssen die Behörden in Bienenbüttel aber noch schließen. Der Betrieb verkauft nicht nur Sprossen, sondern auch Salate und Kräuter. Der Sprossenverkauf ist dem Biohof seit letzten Freitag untersagt, jetzt prüfen die Behörden juristische Schritte, um dem Betrieb auch den Verkauf von Gemüse zu verbieten. Schließlich hält die Bundesregierung ihre Verzehrwarnung von Salaten, Tomaten und Gurken weiter aufrecht.
07.06.2011
Rückschlag bei Suche nach EHEC-Quelle
Doch nicht die Sprosse? Die Warnung vor dem Keimling bleibt zwar bestehen. Doch erste Test haben ergeben, dass die Proben aus Niedersachsen nicht den EHEC-Keim trugen. Es droht ein neues Debakel.
Die Suche nach dem EHEC-Erreger geht weiter. Der Verdacht, dass Sprossengemüse eines niedersächsischen Biohofes die Quelle für die Ausbreitung des lebensgefährlichen Darmbakteriums ist, hat sich zunächst nicht bestätigt. Erste Laboruntersuchungen von Sprossen des betroffenen Hofes fielen negativ aus. Dennoch vermutet das Verbraucherministerium in Hannover weiter, dass Sprossen dieses Betriebes Auslöser der EHEC-Epidemie mit bislang mehr als 20 Toten sind. "Wir halten an dem Verdacht fest", sagte Ministeriumssprecher Gert Hahne nach Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse.
Der Gärtnerhof in Bienenbüttel im Kreis Uelzen war nach einer Analyse von Lieferwegen als Ausgangspunkt des aggressiven Darmkeims ins Visier geraten. "Unsere Kausalkette ist wasserdicht und plausibel. Sie reißt nicht ab", begründete Hahne den auch nach den negativ ausgefallenen Laboruntersuchungen aufrecht gehaltenen Verdacht.
Wie das Verbraucherministerium schriftlich mitteilte, stellten sich 23 von insgesamt 40 in dem inzwischen geschlossenen Betrieb genommenen Sprossenproben als EHEC-frei heraus. Bei 17 Proben laufen weitere Untersuchungen. Sie waren unter anderem aus dem Wasser und aus der Lüftungsanlage genommen worden. Die Ermittlungen seien schwierig, weil die Geschehnisse zwei bis vier Wochen zurückliegen, sagte Hahne. Möglicherweise sei der Keim gar nicht mehr nachzuweisen.
Aigner hält an Sprossen-Warnung fest
Der Gärtnerbetrieb hatte meist über Zwischenhändler Sprossen an zahlreiche Restaurants, Hotels und Kantinen geliefert, deren Gäste teils dutzendfach an EHEC erkrankten. Betroffen waren unter anderem ein Golfhotel im Kreis Lüneburg, ein Restaurant in Lübeck sowie Kantinen in Darmstadt und Frankfurt am Main. Zudem litt eine Mitarbeiterin des Biohofs unter dem durch EHEC ausgelösten blutigen Durchfall, der in der schweren Form HUS Nierenversagen und Hirnstörungen nach sich ziehen kann. Nach Angaben des Geschäftsführers wird auf dem Hof kein tierischer Dünger verwendet. Erkenntnisse erhoffen sich Experten nun von Bürgern, die noch verdächtige Sprossen-Mischungen zu Hause hatten. In Hamburg wird für Dienstag das Ergebnis einer solchen Probe erwartet.
Auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hält im Kampf gegen die EHEC-Infektionswelle die Warnung vor dem Verzehr von Sprossen trotz fehlender Nachweise weiterhin für angebracht. Sie halte es für richtig, an dem Verzehrhinweis festzuhalten, "solange der Verdacht nicht vollständig ausgeräumt ist", sagte Aigner in Berlin. Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hielten weiter an der Warnung vor rohen Gurken, Tomaten und Salat insbesondere in Norddeutschland fest.
Alle Spuren führen nach Deutschland
Derzeit sind bundesweit mehr als 2700 EHEC-Fälle und -Verdachtsfälle registriert sowie mehr als 650 HUS-Fälle und Verdachtsfälle. In Niedersachsen wurden am Montag 503 EHEC-Fälle und -Verdachtsfälle gezählt, 45 mehr als am Samstag. "Der Scheitelpunkt ist leider noch nicht erreicht", sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Die ebenfalls schwer betroffenen Länder Hamburg und Schleswig-Holstein meldeten eine leichte Entspannung, weil die Zahl der EHEC-Erkrankungen nun zumindest langsamer als noch in der vergangenen Woche steige.
Außerhalb Deutschlands gibt es in Europa bisher rund 100 nachgewiesene EHEC- und HUS-Fälle in elf Ländern - in allen Fällen bis auf einen gibt es nach Informationen des Europabüros der Weltgesundheitsorganisation Verbindungen nach Deutschland.
EHEC-Welle in Japan 1996 durch Rettichsprossen ausgelöst
Das sei tatsächlich der größte Ausbruch mit solchen Bakterien, den es in Deutschland in der Nachkriegszeit gegeben habe, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. Die Fachbehörden seien gut aufgestellt, doch eine solche Untersuchung brauche Zeit. "Um ein Bakterium nachzuweisen, muss man es erst wachsen lassen." In drei von vier Fällen finde man die Infektionsquelle nicht.
Der Leiter des Nationalen Referenzlabors für Escherichia coli, Lothar Beutin, verwies auf einen EHEC-Ausbruch in Japan 1996 durch Rettichsprossen, bei dem sich rund 11.000 Menschen infiziert hätten. Damals konnten EHEC-Keime beim verdächtigen Unternehmen nicht nachgewiesen werden, sondern lediglich in Haushalten.
Kritik am Krisenmanagement der Regierung
Angesichts des mühsamen Kampfes gegen die EHEC-Infektionswelle wächst die Kritik am Krisenmanagement der Behörden und der Bundesregierung. Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn sagte der "Passauer Neuen Presse": "Die Regierung hat diese Krise vollkommen unterschätzt und sich weggeduckt." FDP-Generalsekretär Christian Lindner wies die Kritik zurück. "Dass die Grünen sich nun selbst den EHEC-Erreger zunutze machen wollen, um ein parteipolitisches Süppchen zu kochen, ist mehr als unanständig", sagte er dem "Handelsblatt".
Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wollen sich in dieser Woche mit den zuständigen Länderministern beraten. Das am Mittwoch geplante Spitzentreffen bezeichnete Fraktionsvorsitzende Renate Künast als "reine Show". Stattdessen brauche Deutschland einen nationalen Kontrollplan mit einer Checkliste möglicher Übertragungswege vom Bauern über die Verarbeitung bis zum Restaurant.
erschienen bei N24.de
05.06.2011
Auf der Suche nach der Quelle für die lebensgefährlichen Ehec-Infektionen ist den niedersächsischen Behörden möglicherweise ein Durchbruch gelungen. Die Experten führten zahlreiche Infektionen auf einen Saatgutbetrieb in Bienenbüttel im Kreis Uelzen zurück und warnten Verbraucher am Sonntag ausdrücklich vor dem Verzehr von Sprossen. Diese seien direkt oder über Zwischenhändler an gastronomische Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Niedersachsen geliefert, teilte der niedersächsische Agrarminister Gert Lindemann in Hannover mit.
Ergebnisse liegen am Montag vor
Der Betrieb ist vorerst gesperrt, die Sprossen seien zurückgerufen worden, so Lindemann. Der Geschäftsführer des Betriebes sei kooperativ und habe keinen Anwalt eingeschaltet. Bislang stünden zwar noch die Untersuchungsergebnisse aus und liegen erst am Montag vor, allerdings konnten in vielen Fällen nachgewiesen werden, dass Lieferungen an Restaurants und Kantinen auf die Firma zurückgehen.
Von dem Hof der Firma stehen 18 Sprossenmischungen unter Verdacht. Unter anderem handelt es sich um Bohnenkeimlinge, Brokkolisprossen, Erbsen- und Kichererbsensprossen, Knoblauchsprossen, Linsensprossen, Mungobohnenkeimlinge, Radieschen- und Rettichsprossen. Auch Sprossenmischungen wurden von dem Betrieb geliefert.
Ist der Betrieb alleinige Quelle für die Infektionen?
Die Behörden sind sich allerdings nicht sicher, ob der Betrieb die alleinige Quelle für die Ehec-Infektionen ist. "Ob die Untersuchungen zu einem Nachweis des Keimes führen, der für das derzeitige Ausbruchsgeschehen verantwortlich ist, bleibt abzuwarten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die mit dem Ehec-Erreger kontaminierte Ware bereits vollständig verarbeitet und abverkauft wurde", erklärte das Ministerium.
Sprossen sind keimende Samen von Pflanzen. Am bekanntesten sind Sojasprossen, bei denen es sich um die Sprossen der Mungobohne handelt. Sprossen sind immer wieder Grund für lebensmittelbedingte Infektionen, weshalb Gesundheitsbehörden seit langem vor rohem Verzehr warnen. Vor allem bestimmte Risikogruppen - dazu gehören Kinder, Senioren, Schwangere und geschwächte Menschen - sollen Keimlinge nicht roh essen.
Träger von Krankmachern wie Salmonellen und Noroviren
Die Sprossen können Träger von Krankmachern wie Salmonellen, Noroviren und eben auch Ehec sein. In Japan waren Sprossen vor Jahren Grund für einen Ehec-Ausbruch: Nach dem Verzehr von Rettich-Sprossen erkrankten dort nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mehr als 10.000 Menschen. Die Sprossen wurden demnach durch Rinder-Dung auf dem Feld verschmutzt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte bei einer Untersuchung fest, dass sich Keime in fertig verpackten Sprossen innerhalb weniger Tage stark vermehren und "am Ende des Verbrauchsdatums eine überdurchschnittlich hohe Keimbelastung für den Verbraucher darstellen" können.
erschienen bei Stern.de
04.06.2011
Eine neue Spur soll in ein Lübecker Restaurant führen. 17 Menschen sollen sich nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" dort mit Ehec infiziert haben. Der Mikrobiologe Werner Solbach vom Universitätsklinikum Lübeck wird mit den Worten zitiert, das Restaurant treffe keine Schuld. Allerdings könne die Lieferantenkette den Forschern womöglich jetzt den entscheidenden Hinweis geben, wie der Erreger in Umlauf gekommen ist.
Dem Blatt zufolge besuchten die Erkrankten das Restaurant zwischen dem 12. und dem 14. Mai. "Bemerkenswert ist, dass es sich bei den Erkrankten um Teilnehmer unterschiedlicher Gruppen handelt", sagte Solbach dem Blatt. Einige Besucher waren der Zeitung zufolge Mitglieder einer Gruppe der Deutschen Steuergewerkschaft. "Bislang wissen wir von acht, teilweise sehr schweren Fällen. Eine Teilnehmerin aus Nordrhein-Westfalen ist verstorben", sagt Gewerkschaftschef Dieter Ondracek. Zuvor hatte bereits die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass von 34 Teilnehmerinnen eines Gewerkschafterseminars nach einem Restaurantbesuch Mitte Mai in Lübeck mindestens acht nach einer EHEC-Infektion schwer erkrankten. Eine Frau sei gestorben.
Hamburger Hafengeburtstag als Auslöser?
Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, der Ausbruch der Epidemie falle womöglich mit dem Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai zusammen. Diese These werde intern beim Robert-Koch-Institut (RKI) favorisiert, heißt es unter Berufung auf RKI-Kreise. Etwa 1,5 Millionen Menschen hatten vom 6. bis zum 8. Mai das Hafenfest in der Hansestadt besucht. Gut eine Woche später seien die ersten Patienten mit Durchfall ins Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf gekommen, schreibt "Focus". Der zeitliche Abstand zum Fest entspreche dem typischen Verlauf einer Ehec-Erkrankung.
Tomaten, Gurken und Salat weiter auf "roter Liste"
Angesichts immer neuer Infektionen warnt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) weiter vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Gurken und Blattsalaten. Neue Studien des Robert Koch-Instituts (RKI) stützen dies. Bundesweit nahm die Zahl der Ehec-Infektionen weiter zu, mancherorts jedoch langsamer als in den Vortagen. An der schweren Komplikation hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) sind in Deutschland bereits 18 Menschen gestorben.
Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie deutet sich bei der Erkrankungswelle eine leichte Entspannung an. "Die Lage ist so, dass sie scheinbar sich etwas beruhigt, was die Zahl der Neuinfektionen angeht", sagte der Präsident der Gesellschaft, Reinhard Brunkhorst, in Hamburg. Die Mediziner wollen in einem bundesweiten Register die Behandlungsergebnisse von schwer erkrankten Ehec-Patienten zusammenstellen.
Experten vermuten Epizentrum im Hamburger Raum
Bundesweit leiden mindestens 520 Patienten an dem lebensgefährlichen Syndrom. Insgesamt wurde bei mehr als 2000 Menschen in Deutschland eine Ehec-Infektion nachgewiesen oder es besteht der Verdacht darauf. Das Bild in den Bundesländern ist unterschiedlich. In Niedersachsen stieg die Zahl der Verdachtsfälle und bestätigten Erkrankungen von Donnerstag auf Freitag um nur 4 auf 418 Fälle. Nordrhein-Westfalen dagegen vermeldete im Vergleich zum Mittwoch rund 50 neue Ehec-Fälle. In Schleswig-Holstein stieg die Zahl seit Dienstag ebenfalls um rund 50 auf 517. 153 davon litten unter HUS, teilte das Kieler Gesundheitsministerium mit.
Woher der Ehec-Erreger kommt, ist nach wie vor ungeklärt, sein Ursprung wird in Deutschland vermutet. Dies ergebe sich nach den Fallzahlen und der Herkunft der Fälle, sagte der Mikrobiologe Lothar Beutin vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das Epizentrum sei der Hamburger Raum. "Entweder ist die Quelle noch nicht versiegt, oder es ist eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung wie bei einem Schneeballsystem im Gange", sagte Beutin.
Nach Erkenntnissen, die die Weltgesundheitsorganisation WHO gesammelt hat, ist der Erreger bisher in zwölf Ländern aufgetreten. Infektionen gebe es außer in Deutschland auch in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden, Schweiz, Großbritannien und den USA. Von den meisten Patienten ist bekannt, dass sie zuvor in Deutschland waren.
joe/DPA/AFP/Reuters | Stern.de
03.06.2011
Hamburg/Münster (dpa) - Im Kampf gegen den aggressiven EHEC-Erreger haben Forscher einen wichtigen Schritt gemeistert: Sie kennen nun das Erbgut ihres Gegners. «Es handelt sich um eine so noch nie gesehene Kombination von Genen», sagte der Bakteriologe Holger Rohde der Nachrichtenagentur dpa.
Nun fahnden die Forscher unter Hochdruck nach einer Therapie gegen die tödliche Darmkrankheit. Unterdessen fordert die Seuche in Deutschland weiter Opfer. Inzwischen zählen die Behörden 17 Todesfälle.
Experten des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben mit Hilfe chinesischer Kollegen das Genom des grassierenden Erregers gelesen. Demnach handele es sich um eine gefährliche «Chimäre» - eine Art Kreuzung -, die Eigenschaften zweier Erregertypen in sich vereint. Diese lösten das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) aus, der besonders schweren Verlaufsform der Krankheit, erläuterte Rohde.
Für die Entstehung des Hybrid-Klons haben allem Anschein nach zwei Bakterien Teile ihrer Erbsubstanz miteinander ausgetauscht. Damit gehen Eigenschaften eines Keimes auf andere über, es kommt zu Mischformen - den Chimären. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf betonte, dieser Hybrid-Klon sei noch nie beobachtet worden.
Forscher des Universitätsklinikums in Münster, wo jüngst ein EHEC-Schnelltest entwickelt worden war, zeigten sich optimistisch. «Wir erhoffen uns im Laufe der nächsten Woche Hinweise zur Verhinderung weiterer Infektionen», sagte Prof. Dag Harmsen dem Radiosender HR-Info. In Münster war es Forschern ebenfalls gelungen, das EHEC-Erbgut zu entschlüsseln. Mit den bisherigen Erkenntnissen könne Patienten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geholfen werden.
30.05.2011
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ruft wegen der EHEC-Erkrankungswelle bereits zum Blutspenden auf. Rund zwei Drittel der HUS-Patienten bräuchten eine sogenannte Plasmapherese, also einen Austausch des Blutplasmas, erklärte eine Sprecherin. „Seit Anfang der Woche werden daher derzeit im UKE rund 500 Blutplasmen pro Tag verbraucht.“ Der Vorrat reiche zwar nach jetzigem Stand für die kommenden Wochen aus, hieß es. „Es besteht im Moment kein Engpass – in einigen Wochen muss aber mit einem deutlichen Engpass gerechnet werden.“ Vom Zeitpunkt der Blutspende bis zur Gewinnung von Plasma, das eingesetzt werden könne, vergehen drei bis vier Monate.
Hier finden Sie eine Übersicht für Blutspenden in den Krankenhäusern in und um Hamburg
27.05.2011
Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät wegen des gefährlichen Durchfall-Erregers EHEC vom Verzehr roher Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland ab. Wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten epidemiologische Studie des RKI mit den Hamburger Gesundheitsbehörden hervorgeht, könnte der Verzehr von einem oder mehreren dieser Lebensmittel einen Großteil der schweren EHEC-Erkrankungen (HUS) erklären. Die EHEC-Erkrankten in der Studie hätten diese Gemüsesorten deutlich häufiger gegessen als gesunde Studienteilnehmer. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle in Frage kommen.